{"id":432,"date":"2024-05-05T18:08:51","date_gmt":"2024-05-05T16:08:51","guid":{"rendered":"https:\/\/juergen-schlusnus.de\/?page_id=432"},"modified":"2024-05-05T18:08:51","modified_gmt":"2024-05-05T16:08:51","slug":"die-festung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/juergen-schlusnus.de\/?page_id=432","title":{"rendered":"Die Festung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Leseprobe aus dem 1. Kapitel des noch nicht abgeschlossenen Romans:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[&#8230;]<br>\u201eEs ist nun einmal, wie es ist\u201c, sagte Paula, \u201enicht mehr zu \u00e4ndern. Schauen wir mal, was hinter dem H\u00fcgel ist.\u201c Und damit schritt sie z\u00fcgig weiter. Leo folgte ihr m\u00fcrrisch und schlechtgelaunt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann sahen sie das baumbestandene Dorf mit der wei\u00dfen Kirche. Es lag inmitten eines idyllischen Talkessels, in den sie nun, als sie die H\u00fcgelkuppe erreicht hatten, hinunter blickten. Die Stra\u00dfe f\u00fchrte h\u00fcgelab hinein in das Dorf&nbsp; und hindurch und verlor sich hinter dem Ort im Unbestimmten. Links, auf einem Berg \u00fcber dem Dorf machte Leo die Ruine einer mittelalterlichen Burg aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Ort, als sie gerade an dem Ortsschild vor\u00fcber gingen, kam ihnen eine Schafherde ohne Hirt entgegen getrottet und bl\u00f6kte sie an. \u201eHab ich doch gesagt\u201c, sagte Paula zu Leo. \u201eWitzig\u201c, sagte Leo, dem die Aussicht, nun bald das Ziel erreicht zu haben, neuen Mut verlieh.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHast du das gesehen?\u201c, fragte Paula.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas? Die Schafe?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Paula drehte um, ging ein paar Schritte bis zum Ortsschild zur\u00fcck und zeigte darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas?\u201c, fragte Leo.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist ja \u2026 Hier steht: \u201aIn diesem Ort sind Fl\u00fcchtlinge unerw\u00fcnscht.\u2018\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa und?\u201c, sagte Leo m\u00fcde, \u201ewir sind ja keine Fl\u00fcchtlinge. Komm!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht\u201c, sagte Paula.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist, wie es ist\u201c, sagte Leo, \u201eschauen wir mal, wie es im Dorf aussieht. Ist ja nur f\u00fcr eine Nacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als Paula wieder neben ihm ging, fragte er: \u201eStand da wirklich \u201aIn diesem Ort sind Fl\u00fcchtlinge unerw\u00fcnscht\u2018?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Paula nickte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht hast du dich verlesen. Vielleicht stand da: \u201aIn diesem Ort sind Fl\u00fcchtlinge erw\u00fcnscht\u2018.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sah ihn von der Seite an: \u201eIch wei\u00df doch, was ich gelesen habe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu hast ja Recht\u201c, sagte Leo, \u201ezu Hause m\u00fcsste man etwas dagegen unternehmen. Aber hier? Was wissen wir denn, wie das in der Schweiz l\u00e4uft?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Dorf, in das sie kamen, ein typisches Graub\u00fcndner Bergdorf, wie Leo es nannte, war von allen Seiten von bewaldeten Bergen &nbsp;umgeben. In der Mitte des Dorfes standen eine Kirche, ein Pfarrhaus und, neben dem offenbar einzigen Wirtshaus, eine uralte, mit m\u00e4chtigen Eisenringen und St\u00fctzen versehene Eiche. Alles machte einen soliden und sauberen Eindruck, selbst die Misthaufen vor den Bauernh\u00e4usern waren sorgf\u00e4ltig geschichtet und herausgeputzt. An einem Bach, der hastig durch den Ort floss, stand ein Fabriklein, aus dem Hammerschl\u00e4ge und das Kreischen einer Motors\u00e4ge zu h\u00f6ren waren. Von der Kirche her wehte Glockengel\u00e4ute ihnen zu. Der zweist\u00f6ckige Gasthof \u201eZum B\u00e4ren\u201c war h\u00fcbsch in einem gr\u00f6\u00dferen Garten gelegen, in dem unter Obstb\u00e4umen Tische freundlich gedeckt waren. Zur Stra\u00dfe hin bl\u00fchten Blumen, Rosen vor allem, und eine betagte Frau stand mit umgebundener Ledersch\u00fcrze und einem unf\u00f6rmig gro\u00dfen Sonnenhut auf dem Kopf in den Beeten, knipste hier Verbl\u00fchtes ab, zog dort aufkommendes Unkraut aus dem Boden und warf alles in eine kleine Feuerschale, aus der anheimelnd Rauch aufstieg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGuten Tag\u201c, sagte Leo. Die alte Frau, sie mochte die Achtzig schon \u00fcberschritten haben, nickte ihm freundlich zu. \u201eSie haben ganz Recht, gute Frau, sich am Abend ein kleines Feuerchen zu machen.\u201c Leo bemerkte, dass Paula ihn fragend ansah. \u201eWas redest du da?\u201c, fl\u00fcsterte sie, \u201efrag nach einem Zimmer f\u00fcr die Nacht!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht wahr\u201c, sagte die Alte l\u00e4chelnd und warf wieder eine Handvoll Abgestorbenes in die leise vor sich hin glimmende Glut. \u201eIn unserem Alter tut man gut daran, sich beizeiten auf das Feuer der H\u00f6lle vorzubereiten.\u201c<br>[&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leseprobe aus dem 1. Kapitel des noch nicht abgeschlossenen Romans: [&#8230;]\u201eEs ist nun einmal, wie es ist\u201c, sagte Paula, \u201enicht mehr zu \u00e4ndern. Schauen wir mal, was hinter dem H\u00fcgel ist.\u201c Und damit schritt sie z\u00fcgig weiter. Leo folgte ihr m\u00fcrrisch und schlechtgelaunt. 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